Christian A. Gertsch
Die Nachkommen von Christian Gertsch (1833-1906) aus Gsteig bei Interlaken. Migrationsschicksale aus vier Generationen einer Berner Familie zwischen 1850 und 1950.
Gertsch Verlag, Bern 2026
Einleitung
Die vorliegenden Texte beschreiben die Schicksale von Individuen aus vier Generationen Gertsch, welche aus genealogischer Sicht zum sog. „Stamm I am Lehn auf Wengen“ gehören und die in den 160 Jahren zwischen 1833 und 1993 lebten. Für die früheren Generationen dieses Stamms, alle aus dem Lauterbrunnental, gibt es ausser den Lebensdaten kaum Informationen. Eine kurze Skizze dieser Vorfahren ab 1702, sowie der vier Geschwister von Christian (I) (1833-1906) findet sich in der unpublizierten genealogischen Studie von Fritz Allimann aus dem Jahr 1971: Die Gertsch von Lauterbrunnen und Lütschental. (Staatsarchiv des Kantons Bern: Bücher und Broschüren, Signatur C 340. Zweite, erweiterte Auflage, hrsg. von Christoph Gertsch-Heim, Wengen, 2023, S. 166 ff.)
Von der 1. Generation, die ich erwähne, beschreibe ich einzig Christian Gertsch I (1833-1906) und seine Ehefrau Elisabeth Gertsch-Zwald (1827-1874). Die beiden migrierten mit ihren Kindern zwischen 1854 und 1863 von Interlaken über Thun, Burgdorf, Aarwangen und Moosseedorf in die Stadt Bern.
Die 2. Generation umfasst die zwischen 1855 und 1868 geborenen acht Kinder von Christian I und Elisabeth. Fünf von ihnen werden während der neun Jahre dauernden Migration ihrer Eltern aus dem Berner Oberland in die Stadt Bern geboren: Christian II, Marie-Anna, Ernst, Johannes und Fritz. Im Jahr 1863 liess sich die junge Familie schliesslich in der Stadt Bern nieder, wo die drei jüngsten Kinder: Rosa Maria, Gottfried und Albert geboren wurden.
Die 3. Generation umfasst die zwischen 1885 und 1914 im Ruhrgebiet geborenen acht Kinder von Christian II; die drei im Elsass geborenen Kinder von Johannes; die fünf in der Schweiz geborenen Kinder von Fritz; die in Rio de Janeiro geborene Tochter von Albert; sowie die beiden in Bern geborenen Kinder von Marie-Anna Gräub-Gertsch.
Die 4. Generation umfasst die neun zwischen 1913 und 1927 im Deutschen Reich: in Oberhausen und Neukirchen-Vluyn — und Holland: in Brunssum — geborenen Grosskinder von Christian II.
Die Ausführlichkeit der Darstellung des Lebens der einzelnen Individuen variiert je nach Umfang und Detailgrad des erhaltenen Quellenmaterials. Für einzelne Individuen sind kaum mehr als die Zivilstandsdaten (Geburt, ev. Heirat, Tod) belegt. Für andere — insbesondere für die drei öffentlich in Erscheinung getretenen Brüder aus der 2. Generation: den vor seinen Gläubigern aus Herzogenbuchsee ins Königreich Preussen geflohenen freisinnigen politischen Journalisten Christian Gertsch, den Oberstdivisionär im Generalstab von General Wille während dem 1. Weltkrieg Fritz Gertsch, sowie Minister Albert Gertsch, den ersten vollamtlichen Gesandten der Schweiz in Brasilien — existiert umfangreiches Quellenmaterial.